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Holzfeuchte: warum trockenes Brennholz alles entscheidet

Wissen · Holzfeuchte

Warum trockenes Holz alles entscheidet

Feuchtes Holz kostet doppelt: Sie kaufen Wasser statt Holz, und die Verdampfung dieses Wassers frisst einen großen Teil der Wärme, für die Sie bezahlt haben. Der Rest landet als Ruß im Schornstein.

Der gesetzliche Rahmen

Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – kurz 1. BImSchV – erlaubt für Scheitholz in häuslichen Feuerungsanlagen einen Feuchtegehalt von höchstens 25 %. Der Schornsteinfeger darf das bei der Feuerstättenschau messen.

Das ist die Obergrenze, nicht das Ziel. Wer effizient heizen will, bleibt deutlich darunter.

Gesetzliche Grenze25 %

1. BImSchV. Darüber darf Scheitholz nicht verfeuert werden.

Praxisempfehlung< 20 %

Sauberer Abbrand, weniger Ruß, spürbar mehr Wärme.

Optimal15–18 %

Was gut abgelagertes, luftgetrocknetes Scheitholz erreicht.

Was Feuchtigkeit tatsächlich kostet

Jedes Kilogramm Wasser im Holz muss erst verdampft werden, bevor das Holz Wärme abgeben kann. Diese Energie geht Ihnen verloren – sie verlässt den Ofen ungenutzt durch den Schornstein.

Holzfeuchte Heizwert (Richtwert) Was im Ofen passiert
15 % ca. 4,3 kWh/kg Klare, ruhige Flamme. Kaum sichtbarer Rauch. Scheibe bleibt sauber.
20 % ca. 4,0 kWh/kg Guter Abbrand. Der Normalfall bei ordentlich gelagertem Holz.
30 % ca. 3,4 kWh/kg Zähes Anbrennen, Zischen, dunkler Rauch, Ruß auf der Scheibe.
50 % (frisch) ca. 2,3 kWh/kg Fast die Hälfte der Energie verdampft nur Wasser. Glänzender Glänzruß im Rohr.

Richtwerte für Hartholz. Die genauen Zahlen hängen von Holzart, Dichte und Ofentyp ab.

Der Rechenweg, den kaum jemand macht

Frisch geschlagene Buche enthält rund die Hälfte ihres Gewichts an Wasser. Kaufen Sie eine Tonne frisches Holz, kaufen Sie etwa 500 kg Wasser mit – und bezahlen dessen Transport gleich mit.

Deshalb ist der Preis pro Kilogramm bei Brennholz eine schlechte Kennzahl. Vergleichen Sie pro Raummeter, und fragen Sie immer nach der Restfeuchte.

Selbst messen – in zwei Minuten

Ein Holzfeuchtemessgerät kostet weniger als ein halber Raummeter Holz. Richtig gemessen wird so:

  • Ein Scheit frisch aufspalten – die Messung gehört an die frische Bruchfläche in der Mitte, nicht an die Außenseite.
  • Messspitzen längs zur Faser eindrücken, nicht quer.
  • Das Holz sollte Raumtemperatur haben; kaltes Holz zeigt zu niedrige Werte.
  • Mehrere Scheite aus verschiedenen Bereichen des Stapels prüfen, nicht nur eines.

Woran Sie feuchtes Holz auch ohne Messgerät erkennen

  • Zwei Scheite gegeneinander geschlagen klingen dumpf statt hell.
  • Die Stirnseiten zeigen keine oder kaum Trocknungsrisse.
  • Rinde sitzt noch fest und lässt sich nicht ablösen.
  • Im Ofen zischt es, die Scheibe wird innerhalb einer Stunde dunkel.